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4 Plus Eins - Kneipenmeisterschaft Das war die Quali Ost in Berlin [06.02.08 13:23]
 Im August 1989, so erzählt man sich in Köln noch heute gerne, fand in dem hiesigen Rose-Club ein Konzert statt, das man erst viele Jahre später und rückblickend als legendär bezeichnen sollte. Die Band, die damals zum ersten Mal in Europa unterwegs war, nannte sich „Nirvana“, und ihrem ersten Deutschland-Gig wohnte eine kleine Gemeinde von weniger als 100 Zuschauern bei.
Höchstwahrscheinlich werden auch die zwölf Jünger, die am Samstag den Weg in die Fußball- und Kickerkneipe Schwalbe fanden, ihren Enkeln einst von jenem eisig kalten Abend im Februar erzählen, an dem sie ausgezogen waren, um in der Qualifikation Ost der ersten Kneipenmeisterschaft im Tischkickern anzutreten.
|  Und was hatten die an Strapazen auf sich genommen. Neben der für Berliner Verhältnisse nicht zu unterschätzenden Herausforderung, den heimischen Kiez zu verlassen, hatten die Teams „Spree-Elite“ und „Kanonenfutter“ sich auf ein Abenteuer der ganz besonderen Art eingelassen. Schließlich ist die Schwalbe so etwas wie das Hauptquartier der Berliner FC-Köln-Fans, und so hatten die Jungs vom Fortuna Düsseldorf-Fanclub „Spree Elite“ an diesem Abend in der Höhle des Löwen zu bestehen. Doch davon sollten sie sich nicht einschüchtern lassen, im Gegenteil: Schon nach erster Inspektion der Kicker-Location wurde diskutiert, an welcher Wand sich das Fortuna-Wappen am besten machen würde.
Neben den Exil-Düsseldorfern hatten die Teams „Bolzer“, „Die Unbekannten“ (a.k.a. „Plattenbau Kickaz“), „Spätlese“ (a.k.a. „Team Terror“) und das „Team Rollberg“ an den Ullrich-Kickern Stellung bezogen. Im Spielmodus „Jeder gegen Jeden“ trafen alle Teams mindestens einmal aufeinander und lieferten sich mitunter aufreibende Matches. Als Favoriten kristallisierten sich die in der Vorrunde ungeschlagenen „Unbekannten“ sowie das „Team Rollberg“ heraus. Mit viel Herz und Einsatz konnten die „Bolzer“ sowie die „Spree-Elite“ technische Defizite ausgleichen und rutschten so unter die ersten vier, zum Halbfinale qualifizierten Teams.
|  Im ersten Halbfinale sah es lange nach einem eindeutigen Sieg der spielerisch überlegenen „Unbekannten“ über die „Bolzer“ aus. Nach einem eindeutig gewonnen ersten Satz, schlichen sich jedoch Nachlässigkeiten bei den Favoriten ein und diese konnten die mit einfachen, aber effizienten Mitteln operierenden „Bolzern“ zum Satzausgleich nutzen. Im entscheidenden dritten Satz führten „Die Unbekannten“ dann erneut deutlich und probierten auch schon waghalsige Torwartmanöver, als sich beim Stand von 4:1 das Blatt erneut wendete. In einer sensationellen Aufholjagd zermürbten die „Bolzer“ die plötzlich seltsam verunsicherten Favoriten und zogen ins Finale ein.
Dort trafen sie auf das „Team Rollberg“, das sich im zweiten Halbfinale gegen die „Spree-Elite“ durchgesetzt hatte. In ihrem letzten Spiel stießen die „Bolzer“ an ihre Grenzen. Auch wenn die Partie über weite Strecken sehr spannend und ausgeglichen war, zeichnete sich schon früh die Überlegenheit ihrer Gegner ab, so daß der Turniersieg am Ende folgerichtig an das „Team Rollberg“ ging. Für die ersten vier Teams gab es Urkunden, die zur Teilnahme am Bundesfinale in Köln qualifizieren, sowie schicke Preispakete der Kneipensportler.
Bilder vom Turnier gibt es zu sehen.
| | Als nächstes macht der Bolzen-Kicker-Zirkus nun in Hamburg Station. In der 3-Zimmerwohnunge, dem Vereinsheim von Kickern in Hamburg, findet am Samstag, den 9. Februar die Qualifikation Nord statt. Los geht´s um 20 Uhr, und es sind tatsächlich auch noch Startplätze frei! Also, los jetzt und hier anmelden! | | | | |
Autor: Tobias Neuhaus Bild: Tobias Neuhaus
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