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4 Plus Eins - Kneipenmeisterschaft Das war die Quali Nord in Hamburg [11.02.08 15:00]
 Hamburg Sankt Pauli, Digger! Im Bermuda-Dreieck zwischen Großer Freiheit, Dollhouse und Millerntor, wo Luden lungern und die Lust-Synapsen Polka tanzen, da ging jetzt die Quali Nord unserer ersten Kneipenmeisterschaft im Tischkicker über die Bühne.
Zum ersten Mal in der 3zimmerwohnung: Aus einem schummrig roten, mit abgewetzten Sofas, tief hängenden Lampen sowie einer ausrangierten Küche bestückten Vorraum geht es durch einen engen, winkeligen Gang zu einer altersschwachen Treppe, darüber abwärts in die Katakomben, vorbei an duftenden Toiletten und schließlich in die hinteren Kellerräume. Dort öffnet sich ein lang gestreckter, mit weiteren Sofas, einer Theke und sieben (!) Kickertischen ausgestatteter Raum: Das ist das Hauptquartier von „Kickern in Hamburg“.
|  Die offene Tischfußball-Comunity und die 3zimmerwohnung waren Gastgeber der Quali Nord. Das mit acht Teams ziemlich überschaubare Starterfeld wurde dem exzellenten Ambiente zwar nicht ganz gerecht, dafür waren die angetretenen Teams umso entschlossener, einen Starterplatz beim Bundesfinale am 8. März zu erkämpfen. Hamburg war heiß auf Köln, und so wurde schon während der Vorrundenspiele mitten im Herzen der Reeperbahn ein ums andere Mal der rheinische Gassenhauer „Viva Colonia“ angestimmt.
In den zwei Vorrundengruppen mit je vier Teams spielte erst einmal jeder gegen jeden. Offizielles Spielgerät war wie gewohnt der Ullrich-Kicker, und auch in Hamburg sollten sich auf ihm packende Duelle abspielen. Wie schon in München herrschten am Spielgerät wieder feinste Tischmanieren: So wurde der Gegner freundlich auf seine Schwachstellen aufmerksam gemacht („Bei euch im Team stimmt doch was nicht“), bei misslungenen Aktionen getröstet („Super gemacht!“, „Schön!“, „Süß!“) und bei Gegentreffern einfach mal mit der Lokomotive aufgemuntert („Tuut-Tuut“).
In Gruppe 1 bekamen es „Die Kettensägen“ mit den Teams „Hans Albers“, „Punk Pauli“ und „Bada-Bing“ zu tun. Während „Bada-Bing“ sich in dieser gefühlten Todesgruppe relativ schwer tat und am Ende der Vorrunde sieglos die Segel streichen musste, ging es im Kampf um die ersten beiden, zum Einzug ins Halbfinale qualifizierenden Plätze umso enger zu. Insbesondere „Team Albers“ und „Punk Pauli“ lieferten sich eine aufreibende Schlacht, die am Ende total knapp mit 2:1 (5:6, 6:5, 6:5) an die sportiven Albers-Jünger ging. Beide Teams sollten sich jedoch später noch einmal begegnen. Beim ersten Vorrundenspiel in Gruppe 2 deuteten schon die Teamnamen an, dass es hier um die reine Kickerlust gehen sollte: „Die Geilsten“ paarten sich mit „Abgewichst“, die traditionsbewusst im Hamburger Matrosen-Look angeheuert hatten. Die beiden Seemänner spielten mit viel Herz, fluchten und jubelten leidenschaftlich und konnten nach der Vorrunde immerhin einen Satzgewinn verbuchen. Knapp vor ihnen landete das „Becks Team“. Für das Halbfinale qualifizierten sich neben „Die Geilsten“ das Duo „Rintintin“, einer Hamburgisch-Kölschen Enterprise, die sich kurz vor Turnierbeginn gebildet und in der Vorrunde nur gegen jene „Geilsten“ verloren hatte.
|  In den Halbfinalen zeigte sich dann die spielerische Überlegenheit der Teams aus Gruppe 1, die sich klar durchsetzten. So kam es im kleinen und im großen Finale zur Neuauflage der Spitzenduelle aus der Gruppenphase. Im Spiel um Platz drei siegte dieses Mal „Rintintin“ ziemlich klar in zwei Sätzen. Im Finale zwischen „Punk Pauli“ und „Hans Albers“ sollte es noch einmal richtig spannend werden. Beide Teams kannten sich noch gut aus der Vorrunde, wussten also um Stärken und Schwächen des Gegners. Unerwartet deutlich holten sich „Hans Albers“ den ersten Satz (6:2). Doch dann fand auch „Punk Pauli“ ins Spiel und drehte den Spieß um: Den zweiten Durchgang gewannen sie mit 6:4 Toren und starteten im dritten dann richtig durch. Beim Stand von 4:0 im letzten und entscheidenden Satz sah es aus, als wäre „Hans Albers“ endgültig bezwungen. Die beiden zogen ihren letzten Joker und tauschten die Positionen. Der Panik-Wechsel sollte sich lohnen. Tor für Tor kämpfte sich „Hans Albers“ heran und gewann neues Selbstvertrauen, während „Punk Pauli“ jetzt Schwächen zeigte und den 4:4-Ausgleich hinnehmen musste. Beim 5:5 ging es dann nur noch um Nerven. Nach einem langen, erst vorsichtigen, dann immer waghalsigeren Hin und Her, etlichen knapp vergebenen Chancen und heiklen Torwartmanövern brachte „Hans Albers“ den entscheidenden Ball unter. Riesen-Applaus für die Hamburg-Sieger!
| Zusammen mit „Punk Pauli“, „Rintintin“ und „Die Geilsten“, die bei der Siegerehrung alle noch mit Preisen aus dem Haus der Kneipensportler versorgt wurden, laufen „Hans Albers“ am 8. März zum großen Bundesfinale auf. Als nächste und letzte Station in der Qualifikationsrunde steuert der Bolzen-Tischkicker-Zirkus nun die 11-Freunde-Bar in Essen an. Dort wird am 23. Februar ermittelt, welche vier Teams beim Kölner Finale den Westen vertreten werden. Ein Vorbericht zum Turnier folgt an dieser Stelle.
Und Bilder zum Turnier in Hamburg gibt es hier!
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Autor: Tobias Neuhaus Bild: Tobias Neuhaus
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