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4 Plus Eins-Kneipenmeisterschaft Eine rauschende Ballnacht auf Gottes grüner Wiese [12.03.08 11:00]
 Am Tresen der Kölner Fußball- und Kickerkneipe Gottes grüne Wiese waren die Stühle bereits hoch gestellt, und draußen wurde es schon wieder hell, da standen noch ein paar wankende Gestalten an den Kickertischen und bemühten sich mit längst aufgezehrten Kräften darum, zum Abschluss einer rauschenden Nacht den allerletzten Ball höchstpersönlich im gegnerischen Kasten zu versenken.
Viele Stunden zuvor hatte der Abend, an dem der Bundessieger der ersten „4 Plus Eins“-Kneipenmeisterschaft im Tischkickern gekürt werden sollte, mit großem Hallo begonnen. Wie alte Bekannte begrüßten sich die Mannschaften, die sich noch vor wenigen Wochen in den Quali-Runden als Gegner bearbeitet hatten. Neugierig wurde spekuliert und beraten, was man von den anderen Regional-Teams zu erwarten hat. |  Als erste und noch vor der Bolzen-Crew waren die Hamburger am Spielort eingetroffen. Drei Teams hatten sich auf den Weg an den Rhein gemacht, um der Kickernation zu zeigen, wo der Kneipen-Tischfußball zuhause ist. Und „Hans Albers“, „Punk Pauli“ und „Die Geilsten“ waren mächtig heiß, das hatte sich schon in ihren E-Mails angekündigt. Von einem Keeper, der „das Tor zumauern“ will, war da die Rede und von einem Sturm, der „die Rückwand des gegnerischen Tores zu Kleinholz verarbeiten“ werde.
Einen prächtigen Auftritt legten die Berliner hin. Die „Spree-Elite“ hatte sich als einziges Hauptstadt-Team, aber keineswegs allein auf den Weg gemacht. Am frühen Morgen waren Goldie und Stelli mit reichlich Support von ihrem Berliner Fortuna Düsseldorf-Fanclub aufgebrochen und per Wochenendticket zur Sause nach Köln gegondelt. Als sie nach einem Tag auf den Schienen und mit ordentlich Marschverpflegung im Gepäck dann endlich in der Kicker-Arena aufliefen, wurde die ansonsten von FC Köln-Fans frequentierte Kneipe zuerst einmal mit Flaggen, Schlachtrufen und Gesang auf Fortuna getrimmt. Goldie hatte unterwegs allerdings etwas zuviel von seinem selbstgebrauten, feuerroten und ganz genau so schmeckenden Zaubertrank genascht und ließ sich beim Turnier von der mitgereisten Caro vertreten.
|  Als einziger Süd-Qualifikant war das Team „Achselnässe“ zum Finale erschienen. Dirk und Helmut, der Schöpfer des Ullrich-Kickers, hatten die Münchner Vorausscheidung klar dominiert und zählten in Köln zum engeren Favoritenkreis. Dazu gehörten auch die Sieger der West-Quali: das Bochumer Duo „Tic Tac“. Neben den ebenfalls Qualifizierten „Tsubasa“, „Kölner Knifften“ und „Gottes grüne Wiese“ füllten weitere West-Teams das Feld auf: Die Kölner Bolzen-Serien-Sieger „Kicking Katschmareks“, „Borussia Brachialgewalt“, „M.I.A.“ und die „Zaras“ waren ebenso dabei wie die „Frosties“ aus Bad Honnef, das Leverkusener Tandem „Sobule“ und „MSV Eintracht“.
Hatte es bei den Vorrundenturnieren mitunter beachtliche Unterschiede hinsichtlich der Fertigkeiten im Umgang mit dem Spielgerät gegeben, lagen die Teams beim Finale auf mehr oder weniger gleichem Niveau. Das, die vielen Zaungäste sowie die dampfende Enge der Kicker-Arena, die außerdem musikalisch hervorragend vom DJ "La Crab" beschallt wurde, machten den Abend zum krönenden Abschluss einer langen Tournee.
|  Und natürlich nicht zu vergessen: die großartigen Szenen, die sich auf den drei Kickertischen abspielten. Etwa das härteste Eigentor aller Zeiten, das dem Team „MSV Eintracht“ gegen „Punk Pauli“ gelang, als Abwehrstratege Dirk beim Versuch, den Ball ins gegnerische Gehäuse zu dreschen, abrutschte und die Kugel mit Wahnsinns-Geschepper in die eigene Kiste hämmerte. Oder das Viertelfinale zwischen „Hans Albers“ und „Achselnässe“: Ein Nerven zerfetzender Psycho-Krimi in drei Akten (6:5, 5:6, 6:5), in dem die Hamburger kurz vor Ende einen Rest Ruhe behielten und einen Fehler der starken Andernacher in einen vorentscheidenden Big Point verwandelten. Oder das Finale „Tic Tac“ vs. „Die Geilsten“, das nicht nur ein Gipfeltreffen von West und Nord, sondern auch ein Clash der Spielkulturen war: Die Bochumer arbeiteten kreativ und unkonventionell mit geschobenen, gezogenen, meist aus dem Lauf platzierten Bällen, während „Die Geilsten“ mit kühler, absolut sehenswerter Präzision operierten. Die Enttäuschung des Abends war eigentlich, dass dieses mitreißende Finale bereits nach zwei knappen Sätzen (6:5, 6:5) endete. So sehr hatte sich die eng um den Tisch gerückte Meute einen weiteren aufreibenden Satz gewünscht.
Am Ende waren „Die Geilsten“ dann tatsächlich die Geilsten. Mit viel Szenenapplaus und völlig verdient holten die Hamburger Enrique und Manuell sich den Pott, um ihn an die Reeperbahn, ins Hauptquartier von Kickern in Hamburg zu tragen. Zweiter wurden „Tic Tac“, und im kleinen Finale setzten sich „Hans Albers“ gegen die „Kicking Katschmareks“ durch. Wer mit welchem Team aus welcher Stadt kam, war am Ende aber völlig unwichtig. Nach dem offiziellen Teil mischte sich das Kickervolk untereinander, zockte in immer neuer Zusammensetzung oder analysierte an der Theke noch einmal die Knack- und Höhepunkte des Turniers. Ehe es auseinander ging, wurden viele Kontakte und Versprechen ausgetauscht, sich demnächst in welcher Stadt auch immer zu einer Partie zu treffen, bevor dann viele, viele Stunden später auch für die letzten Stangendreher endgültig Feierabend war. | Zum Abschluss noch einmal ein dickes Danke an alle, die uns bei unserer ersten Tour geholfen haben. Das waren Hacker-Pschorr in München, die Schwalbe in Berlin, die 3-Zimmerwohnung und Kickern in Hamburg, die 11-Freunde-Bar in Essen sowie Gottes grüne Wiese in Köln. Weiterhin die Kneipensportler und Kickertrikot sowie natürlich Ullrich-Kicker! Schließlich danken wir allen Teilnehmer, und besonders denen, die mit uns Tische auf- und abgebaut und geschleppt haben, die uns Ersatzteams besorgt haben, bei denen wir übernachten durften und die uns eine gute Zeit bereitet haben. Ihr wart die Tour!
Hier geht es zu den Bildern vom Finalabend. | | | |
Autor: Tobias Neuhaus Bild: Tobias Neuhaus
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