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Die Spielverderber Auf der Suche nach Neutralität [28.04.09 14:13]
 Ohne sie gibt es kein Weltmeisterschaftsfinale, keine Champions League und keine Bundesliga. Noch nicht einmal eine Partie der Kreisliga C findet ohne einen Unparteiischen statt. Läuft das Spiel, ist der Schiedsrichter im Hintergrund und wird nur dann wahrgenommen, wenn er als Richter über Gut und Böse in Erscheinung tritt. Er selbst ist dabei stets auf der Suche nach Neutralität.
Mit den Waffen einer Frau, das Projekt Gold oder Söhnke Worthmanns Sommermärchen. Dokumentarfilme aus dem Sportbereich haben derzeit Hochkonjunktur. Das Prinzip ist einfach, der Erfolg beinahe garantiert. Man pickt sich ein Sahnestück der jährlichen Sporthighlights heraus und begleitet den Tross mit der Kamera durch den Wettkampf. Mit ein wenig Glück hat das Team ähnlichen Erfolg wie die Biathletinnen, Handballer oder die DFB-Elf und schon muss man die Steilvorlage als Regisseur nur noch treffsicher verwerten. |  Für Georg Nonnenmacher und Hennig Drechsler war jene taktische Ausrichtung vermutlich zu durchsichtig. Auch sie haben einen Dokumentarfilm gedreht. Natürlich handelt „Spielverderber“ auch von Sport, aber ansonsten hat der Film keine Gemeinsamkeiten mit der hysterischen, schwarz-rot-goldenen Event-Trilogie. Spielverderber ist anders. Er betrachtet den Fußball aus innovativem Blickwinkel. Für Nonnenmacher war das bisher unerforschte Gebiet der Schiedsrichter der ausschlaggebende Punkt, Drechslers Idee zu verwirklichen. „Die Schiedsrichter standen ja bisher völlig im Schatten einer ernsthaften filmischen Auseinandersetzung.
Uns ging es darum, die bekannten – auch unsere persönlichen – Vorurteile und Klischees zu überprüfen, etwa jenes, dass es sich bei Schiedsrichtern um irgendwelche Sonderlinge handelt, die bloß nicht gut genug zum Kicken sind“, meint Nonnenmacher.
Dabei dringt Spielverderber in verschiedene Sphären des Fußballkosmos ein. Die Regisseure begleiten mit Herbert Fahndel den deutschen Schiedsrichter, der neben Markus Merk die meißten internationle Spiele gepfiffen hat. So bekommt man als Rezipient Einblicke in die oberste Etage des Fußballs, von der Bundesliga über die Champions League bishin zur Weltmeisterschaft 2006. Zusätzlich dokumentiert Spielverderber die Lebensgeschichte des 73-jährigen Schweizers Oreste Steiner. Sein Lebenswerk sind mehr als 3600 gepfiffene Fußballspiele aus unterklassigen Ligen, von denen er nicht eines abbrechen mußte. Abschließend zeigt Spielverderber den steinigen Weg des 14-jährigen Nachwuchsschiedesrichters Kevin Prösdorf, dessen größter Wunsch ist, einmal in der Bundesliga zu pfeifen. |  Mehr als ein Jahr begleiteten Drechsler und Nonnenmacher die drei Schiedsrichter, wobei der Fußball als Event in den Hintergrund rückte.
„Wir wollten herausfinden, wieso man der scheinbar undankbaren Aufgabe nachgeht und wie sich für sie dabei Erfolg definiert“, sagt Nonnenmacher.
Großartig wird Spielverderber immer dann, wenn der Film in die Kreis- und Bezirksebene eindringt. Fernab von 16 verschiedenen Kameraeinstellungen und Superzeitlupe auf dem Weg durch die Essener Tristesse, sind sie den Protagonisten so nah, wie es Worthmann bei seinen Somemrhelden gerne gewesen wäre. Spielverderber startet am 11. Juni 2009 in den Kinos.www.spielverderber-der-film.de | | | | | |
Autor: Bolzen-Redaktion
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