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Der große Kickertest [23.06.08 15:35] Der Test
 Welcher ist der Beste? Mit der Popularität des Tischfußballs ist auch der Bedarf an Spielgeräten gestiegen. Die Industrie hat reagiert und den Markt mit vielen neuen Produkten aufgemischt. Das Angebot ist mittlerweile riesig bis unüberschaubar und reicht von den massenhaft aus Fernost importierten Kickertischen über europäische Modelle bis hin zu den aufwendig gebauten Geräten hiesiger Traditionswerkstätten. Da den Überblick zu behalten fällt schwer, und deshalb dominiert auch kaum ein Thema die einschlägigen Online-Foren so sehr, wie die Frage, was einen guten Ki-ckertisch auszeichnet und welches Modell diese Kriterien am besten erfüllt.
Die K-Frage polarisiert und weckt Leidenschaft. Die Diskussion um Vor- und Nachtei-le bestimmter Modelle und Marken krankt letzten Endes immer wieder daran, dass sachlichen Argumente mit persönlichen Vorlieben verwechselt und diese wiederum mit missionarischem Eifer beworben werden. Einen repräsentativen Test gibt es bis-lang nicht. Und um sich ein objektives Urteil bilden zu können, fehlt in der Regel auch ganz einfach die Gelegenheit, unterschiedliche Kickertische im direkten Vergleich unter die Lupe zu nehmen. Welche Kneipe oder welcher Hobbykeller verfügt schon über eine komplette Sammlung der etablierten Sportmöbel? Bolzen nahm sich dieser verfahrenen Diskussion an. Einen Tag lang konnten sich 13 Tester insgesamt neun Tische genau anschauen und probespielen.
|  Die Voraussetzungen
Zum Vergleich ausgesucht waren geläufige Tischmodelle, die weniger als 1000 Euro kosten. Die Hersteller gaben an, ob die Modelle für Anfänger, Fortgeschrittene oder Turnierspieler geeignet sind. Ausgestattet mit den technischen Eckdaten der Tische und einem Fragebogen machte sich das Test-Team ans Werk. Die Kriterien, nach denen sie die einzelnen Tische untersuchten, waren vorgegeben und darauf ausge-richtet, die wichtigsten, in Online-Foren immer wiederkehrenden Fragen zu beant-worten: Einerseits drehen diese sich um das Verhältnis von Preis und Ausstattung der Tische. Andererseits wollen viele Tischfußballer wissen, welches Gerät am bes-ten zu ihren persönlichen Spielgewohnheiten passt.
Die Disziplinen
Die Ausstattung der Tische wurde in drei Teildisziplinen bewertet. Erster Punkt: Was hält der Tisch aus? Um die Stabilität zu testen, unterzogen die Tester die Spielgeräte zuerst einmal einer Belastungsprobe. Welchen Eindruck hinterlassen Tischkorpus, Spielfläche und Tore, Stangen (inklusive Griffe, Lager und Puffer) sowie Figuren, wenn man sie zieht, biegt, drückt und wie in einem Kneipen-Duell strapaziert? Schwingt der Korpus lange nach, wenn die Stangen einmal härter an der Bande an-schlagen? Und bleibt der Tisch bei einem wütenden Schlagabtausch standhaft oder geht er dann auf Wanderschaft? Die Tester bewerteten die einzelnen Bauteile mit Schulnoten und vergaben abschließend eine Gesamtnote in puncto Stabilität.
Zweite Teildisziplin war die Verarbeitung des Tisches. Ging es zuvor um die physi-sche Belastbarkeit des Gerätes, war nun das Auge gefragt: Sind Korpus, Spielfläche und Tore sauber verarbeitet? Wie schaut es diesbezüglich mit Figuren, Griffen, und der Pufferung aus? Passen die Stangen gut zu den Lagern, wie ist der Ballrücklauf geregelt, und wie sieht der Tisch eigentlich von unten aus? Für die einzelnen Punkte vergaben die Tester wieder Einzelnoten und notierten abschließend ihren Gesamteindruck.
Weiterer Aspekt war das Design des Tisches. Einerseits sicherlich Geschmackssa-che, andererseits bei vielen Tischfußballer mitentscheidend für den Spielspaß wur-den hier die Optik von Korpus, Spielfläche und Spielfiguren sowie der Klang während des Spiels und beim Torschuss unter rein ästhetischen Gesichtspunkten bewertet.
Vierter und für viele Tester wichtigster Punkt war die Funktionalität des Tisches. Hier sollte die Spielbarkeit des Gerätes bewertet werden. Die Frage war also, inwiefern sie mit dem jeweiligen Ensemble aus Figuren, Stangen, Griffen und Spielfläche ihren gewohnten Stil umsetzen konnten. Lässt sich der Ball wie gewünscht kontrollieren, sind verschiedene Spieltechniken möglich und wie sieht es mit anspruchsvolleren Tricks und Schüssen aus? Auch hier gab es Noten für die einzelnen Bauteile und für den Gesamteindruck.
Was den Testern als besonders positiv oder negativ an einem Tisch auffiel, konnten sie zusätzlich vermerken.
Gestützt auf den zuvor vergebenen Noten und Teilergebnissen formulierten die Tes-ter ihr Urteil zu jedem einzelnen Modell in einem Abschlußbericht. Darüber hinaus beantworteten sie, welchen Tisch sie am liebsten geschenkt hätten und welcher Tisch ihrer Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Abschließend waren sie als Ratgeber gefragt und sollten benennen, welches Spielgerät sie Anfän-gern, Fortgeschrittenen, Turnierspielern und welches sie der eigenen Stammkneipe empfehlen würden.
|  Der Test
Der Test begann am frühen Nachmittag im geräumigen Lager des Intro-Verlags in Köln-Zollstock und dauerte bis in die Abendstunden. Die Tester waren angehalten, sich für jeden Tisch gleich viel Zeit zu nehmen. So machten sie es und knöpften sich die aufgestellten Modelle allein, im Einzelspiel zu zweit sowie zu viert im Doppelspiel vor. Ob tief über der Spielfläche gebeugt, auf den Knien rutschend, unterm Tisch auf dem Rücken liegend oder mit den Fingern tief in Tor und Ballauswurf tastend: Die Kandidaten waren extrem neugierig und bedacht, zu einem aussagekräftigen Urteil zu kommen. Gegen 21 Uhr war der letzte Testbogen ausgefüllt und der Test beendet.
Fazit
Welcher ist der Beste? Trotz unterschiedlicher Spielgewohnheiten und Ansprüche, die an einen Tisch gestellt werden, sprechen die Endnoten, die unsere Tester in den Einzeldisziplinen Stabilität, Verarbeitung, Funktionalität und Design vergeben haben, eine deutliche Sprache: Hervorragend schneidet der Fireball ab. Er landet in allen vier Kategorien auf Platz 1 und ist in Sachen Stabilität und Funktionalität sogar allei-niger Spitzenreiter. Damit ist er unser Testsieger. Bei der Verarbeitung liegen der Tecball Home, der P4P Home und der Leo Sport mit dem Fireball auf Augenhöhe, beim Design sind es die beiden Lehmacher-Tische. Im Punkt Stabilität verweist der Fireball den Leo Sport und der Tecball auf Rang zwei, hinsichtlich der Funktionalität teilen sich der Leo Sport, der P4P-Home sowie der Ullrich diesen Platz.
Die Einzelnoten spiegeln sich auch in den abschließenden Kommentaren der Tester wider: Sieben Tester hätten den Fireball am liebsten gleich mit nach Hause genom-men, sechs empfehlen ihn für Anfänger und fünf dem Kneipier ihres Vertrauens. Den Leo Sport hätten fünf Tester gerne eingepackt. Sechs sehen ihn als Tipp für fortge-schrittene Spieler, fünf als Tisch für Turnier-Cracks. Unangefochtene Nummer eins beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Ullrich-Kicker, den in dieser Disziplin zehn von 13 Kandidaten als Sieger sahen. Ausgestattet mit dem kleinsten Preis bewerten ihn die Tester in allen Teildisziplinen als Tisch, der im Orchester der großen Marken-Tische mühelos mitspielen kann.
Im Mittelfeld rangieren der Home-Star von Leonhart und der Vector II von Kicker-Klaus. Vor allem mit den an ihnen verbauten Vollstangen konnten sich nur die we-nigsten Tester anfreunden. Keine zwei Meinungen gibt es zu den Heiku-Tischen. Sie belegen in sämtlichen Kategorien die hinteren Plätze, wobei der Champ Silvergoal noch einen Hauch besser abschneidet als sein kleiner Bruder.
Wie die Tester die einzelnen Tische im Detail benoteten und welche Geräte ihre Favoriten sind, könnt ihr ab sofort hier nachlesen. | | | | | |
Autor: Tobias Neuhaus Bild: Tobias Neuhaus
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