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BOLZEN-TURNIERE

Bifis im Schlammbad
Bolzen auf dem Obstwiesenfestival [23.07.08]


Bifis im SchlammbadDass beim Obstwiesenfestival in Dornstadt bei Ulm wieder ein Bolzen-Festival-Cup stattfinden musste, war Ehrensache. Schließlich war das Turnier im Vorjahr mit das spektakulärste gewesen, was der Festivalsommer 2007 zu bieten hatte. Da fielen spektakuläre Fallrückziehereigentore, es gab eine zwei Meter hohe Jubeltraube und letztlich gewannen auch nicht die Spezi-Trinker vom örtlichen Sportverein. Menschen, Tiere (womit in diesem Fall die betrunkeneren Spezies gemeint sind), Sensationen!

Bifis im SchlammbadAlso wieder auf zum Obstwiesenfestival, obwohl der Wettergott es dieses Mal nicht gut mit dem so liebevoll organisierten Umsonst & Draußen gemeint hatte. So hatte nicht nur das Festival selbst wegen anhaltender Regengüsse Einbußen bei seinen Besucherzahlen zu verkraften, auch das Bolzen-Turnier drohte ins Wasser zu fallen. Nachdem sich am Freitag zehn Mannschaften angemeldet hatten, war am Mittag einzig der 1.FC Morpheuz aus Österreich zum verabredeten Treffpunkt aufgetaucht. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt war weder der ursprünglich vorgesehene Bolzplatz zugänglich noch der angekündigte Streuwagen in Sicht, der wieder vom lokalen Sportverein kommen sollte. Also wurde kurzerhand die Stoppelpiste des Parkplatzes zum Fußballfeld umfunktioniert, und nach einer Megaphon-Ansage auf dem Campingplatz kamen dann doch nach und nach acht Mannschaften plus drei Dutzend Zuschauer für das Turnier zusammen. Darunter viele bekannte Gesichter aus dem Vorjahr wie zum Beispiel die Titelverteidiger aus dem Allgäu, die in diesem Jahr unter dem Namen Team Herr Hamberger firmierten. Ob dem Herrn das wohl recht war? Jedenfalls zeigte sie den mit Fußballschuhen und mit Fußballtrikots ziemlich professionell daherkommenden Fußballgöttern gleich mal, wo der Haken hängt. Hinten sicher stehen, vorne zwei Konter landen – 2:0. In zwei Gruppen mit jeweils vier Mannschaften hatten aber dieses Mal alle Teams eine zweite Chance, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Dennoch stellten sich das „Team Herr Hamberger“ und der „1.FC Morpheuz“ schnell als die Favoriten ihrer Gruppe heraus, weil die „Fußballgötter“ trotz ordentlicher Ballzirkulation noch nicht mit der effektiven Spielweise eines Bolzen-Festivalcups vertraut waren und das Team Topotronic nicht über die Rolle des spaßmachenden Punktelieferanten hinauskam.

Bifis im SchlammbadSo durften die Titelverteidiger das Weiterkommen und die Österreicher am Ende den Aufstieg feiern – so nennt man den Einzug in eine K.O.-Runde bei unserem im Fußball so erfolglosen Nachbarn. In der zweiten Gruppe das gleiche Bild: die einheimische Day After Party Crew lederte ihre Gegner ab, ohne mit dem Mundwinkel zu zucken und die jugendlich daherkommende Bifi-Bande vom Bodensee brachte eine ordentliche Spielanlage mit Verständnis für den spaßorientierten Ansatz der Tuff Gong Gang und des FC Paul Breitner zusammen. Besonders letzteres gemischte Team sorgte nach zwei bitteren Niederlagen im an sich wertlosen Spiel gegen die „Tuff Gong Gang“ für ein absolutes Turnierhighlight. Nachdem man in den ersten beiden Spielen torlos geblieben war, netzte man gleich drei Mal spektakulär ein – und machte am Ende die Jubelraupe. Pünktlich zu den Halbfinals kam der große Regen zurück und sorgte für ein noch seifigeres Spielfeld. Dennoch gab es klare Verhältnisse in den Halbfinals: Die „Day After Party Crew“ fertigte ob des Regens ständig lamentierend das „Team Herr Hamberger“ mit 3:0 ab, und die Ösis schlugen die „Bifi-Bande“ verdient mit 1:0. Im Bolzmeterschießen um Platz drei, bei dem der Ball vom einen der mobilen Tore von „Funtoplay“ ins andere befördert werden muss, setzten sich dann die Kicker der „Bifi-Bande“.
Bifis im SchlammbadNoch ein Nachtrag zum Vorjahr: damals hatte besonders das Team „Eeesy“, ob ihres volltrunkenen Zustands für Gelächter gesorgt. Ihr formvollendetes Talent hatte sich im Halbfinale erneut in das Turnier eingeklinkt und konnte in seinem Tatendrang nur gebremst werden, indem ihm die Ausführung des Anstosses zugesprochen wurde. Diesen führte er sowohl in einem Halbfinale als auch in der Finalpartie aus, indem er ein Bier auf Ex austrank (!) und danach den Ball per verunglücktem Fallrückzieher ins Spiel brachte – definitiv ein Kandidat für den Festivalfußballer der Saison, der Kollege. Das Finale selbst wurde intensiv und mit harten Bandagen geführt. Weil beide kleinen Tore ordentlich zugestellt wurden, musste folgerichtig das Bolzmeterschießen entscheiden, weil die wehleidige „Day After Party Crew“ sich mit dem 1.FC Morpheuz nicht auf eine Verlängerung mit Golden Goal verständigen wollte. Und wie das im Fußball nunmal so ist: den Österreichern flogen im Bolzmeterschießen zwar die Ovationen des Publikums zu, gewonnen hat letztlich die minder sympathische „Day After Party Crew“, die aber nach ihrem Sieg mit einem kollektiven Diver dann doch noch Sympathiepunkte errang. Bleibt festzuhalten, dass das Obstwiesenfestival wie prädestiniert für einen Bolzen-Fußball-Turnier ist und bleibt. Es wird gebolzt, es wird getrunken, es wird gelacht – und das alles (fast) für lau. Gut so.



Noch mehr Bilder vom Obstwiesen-Festival gibt es in der Galerie

Autor: Christoph Dorner
Bilder: Obswiesen Festival


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